Empfehlungsmarketing ist eines der einfachsten und zugleich wirkungsvollsten Werbemittel, denn eine Empfehlung von Patient zu Patient hat eine viel stärkere Wirkung als jede Anzeige im Internet. Laut einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Innofact haben Bewertungen von anderen Patienten einen "hohen" oder "sehr hohen" Einfluss auf die Arztwahl der Befragten. Durch verschiedene Arzt-Bewertungsportale können Patienten diese Empfehlungen nun nicht mehr nur persönlich, sondern auch online aussprechen und somit für eine Vielzahl an potenziellen Patienten zugänglich machen. Bisher betreiben nur sehr wenige Ärzte aktives Empfehlungsmarketing. Nutzen Sie positive Empfehlungen im Internet, um sich von Ihren Kollegen abzusetzen!

Aktives Empfehlungsmarketing für Ärzte

Zu einem Marketinginstrument werden Patientenempfehlungen dann, wenn man sie aktiv fördert.

Bevor Sie nun los gehen und Ihre Patienten um Bewertungen bitten, sollten Sie jedoch erst einmal analysieren, ob Sie und Ihre Praxis schon auf Bewertungsprofilen vertreten sind oder sogar schon bewertet wurden. Häufig entstehen Einträge in Bewertungsportalen und Verzeichnissen ohne das Wissen des Arztes. Viele Bewertungsportale legen anhand von Adressdaten automatisch Ärzte-Profile an und nicht jedes Portal informiert den zugehörigen Arzt über den Eintrag. Indem Sie sich im zugehörigen Portal registrieren, können Sie diesen Eintrag jedoch einfach als Ihren bestätigen und die Daten gegebenenfalls anpassen. Außerdem können Sie sich nun über neue Bewertungen informieren lassen und auf Bewertungen reagieren.

Sie sollten sich daher für jedes Portal registrieren, auf dem Sie und Ihre Praxis bereits vertreten sind. Außerdem sollten Sie sich für zwei bis drei Portale entscheiden, die Sie aktiv bewerben wollen, um genau dort Bewertungen zu sammeln. Sie sollten sich für mehr als ein Portal entscheiden, denn es wären all Ihre Bewertungen verloren, sollte dieses Portal zum Beispiel geschlossen werden. Gleichzeitig ist es bei zu vielen Portalen schwierig ausreichend viele Bewertungen pro Portal zu sammeln, um dort eine aussagekräftige Menge zu erreichen. Für welche Portale Sie sich hier entscheiden, hängt ganz von Ihrer persönlichen Vorliebe ab. Wichtig ist, dass Sie sich auf dem Portal gut zurecht finden. Eine Entscheidungshilfe kann aber die Anzahl und die Aktualität der bisher vorhandenen Bewertungen, sowie der dortige Notendurchschnitt sein. Wenn Sie auf einem Portal schon einige (gute) Bewertungen haben, ist es natürlich einfach hier eine größere Zahl von Bewertungen zu sammeln, als wenn Sie auf einem Portal ganz neu anfangen.

Wie lässt sich aktives Empfehlungsmarketing in den Praxis-Alltag integrieren?

In den seltensten Fällen erhält ein Arzt ganz von alleine Bewertungen. Um eine aussagekräftige Anzahl an Bewertungen zu erzielen, muss daher aktiv auf die Bewertungsmöglichkeit hingewiesen werden. Hierbei gibt es mehrere Maßnahmen, die Sie treffen können:

  • Auf Ihrer Website sollten Sie ein oder zwei Bewertungsportale mit der Bitte um eine Bewertung verlinken.
  • Flyer und Infobroschüren die Sie in Ihrer Praxis auslegen, sollten mit einem Hinweis auf die Bewertungsmöglichkeit versehen werden. Eventuell lässt sich dieser Hinweis sogar auf Ihren Visitenkarten unterbringen. Außerdem bieten einige Bewertungsportale eigene Flyer an, die Sie ebenfalls in Ihrer Praxis auslegen können.
  • Auch innerhalb von E-Mails, können Sie ein Bewertungsportal verlinken und um eine Bewertung bitten. Es ist jedoch nicht ganz klar, ob E-Mails, die nur die Bitte um eine Bewertung enthalten rechtlich zulässig sind. Um sicher vor Abmahnungen oder gar Klagen zu sein, sollten Sie die Bitte nur innerhalb einer E-Mail versenden, die Sie sowieso an Ihren Patienten verschickt hätten.
  • Innerhalb eines Gespräches mit dem Patienten können Sie oder Ihre Mitarbeiter Ihren Patienten um eine Bewertung bitten. Achten Sie jedoch darauf diese Bitte nicht zu forsch und nur zu einem passenden Zeitpunkt zu formulieren.
  • Um es Ihren Patienten besonders einfach zu machen, können Sie einen Laptop oder ein Tablett-PC im Wartezimmer aufstellen und hier eines Ihrer favorisierten Bewertungsportale öffnen. Stellen Sie am besten ein unaufdringliches Schild mit der Bitte um die Bewertung daneben auf. So können Ihre Patienten Sie schnell und einfach bewerten.

Wussten sie, dass...?

der Patienten Erfahrungen anderer als das beste Mittel empfinden, sich vorab über einen Arzt zu informieren? ( Quelle )

der Nutzer von Arztbewertungsportalen sich schon einmal aufgrund einer Bewertung für einen Arzt entschieden und diesen dann auch aufgesucht haben? ( Quelle )

der Deutschen mit dem aktuellen Gesundheitswesen zufrieden sind? 10 Diese Ansicht spiegelt sich auch in den Patientenmeinungen auf Bewertungsportalen wider. ( MLP Gesundheitsreport 2014, Ergebnisse abrufbar unter diesem Link )

Rechtliche Einschränkungen im Empfehlungsmarketing

Achtung! Es ist nicht erlaubt, Ihre Patienten mit einer Gegenleitung für die Bewertung zu "entlohnen".

Dass gefälschte Bewertungen und Bewertungen, die von Ihnen selber stammen rechtlich nicht erlaubt sind und als "Schleichwerbung" einzuordnen sind, ist wohl selbstverständlich. Aber auch bei Bewertungen durch die Mitarbeiter oder durch Familienmitglieder ist Vorsicht geboten. Bei der Geschäftsführung, bei leitenden Mitarbeitern, aber auch bei Mitarbeitern aus der Marketingabteilung wird prinzipiell davon ausgegangen, dass Sie bezüglich Ihres Arbeitgebers keine private Meinung haben. Hier würde ein Gericht die Bewertungen in den meisten Fällen als unzulässig einordnen. Bei Mitarbeitern aus anderen Abteilungen kommt es auf die Beweggründe an, mit denen sie die Bewertung verfasst haben. Nur wenn Sie nachweisen können, dass die Bewertung nicht in Zusammenhang mit der Arbeitstätigkeit steht, ist die Bewertung rechtlich zulässig. Diesen Nachweis zu erbringen, ist jedoch schwer.

Mit Familienmitgliedern oder Freunden verhält es sich etwas anders. Eine Freiwillig verfasste Bewertung ist, wie bei allen anderen Patienten auch, zulässig, eine aufgrund "nachdrücklicher" Bitten erstelle Bewertung ist es nicht. Man wird Ihnen eine "nachdrückliche Bitte" zwar schwer nachweisen können, jedoch kann alleine das Publik werden eines Verdachtes ihrem Image deutlichen Schaden zufügen.